Internationale Fachkräfte für Thüringen gewinnen

Internationale Fachkräfte gewinnen

Wie lassen sich internationale Fachkräfte für Thüringen begeistern? Mit einem transdisziplinären Forschungsprojekt wollen der Wirtschaftsgeograph Prof. Dr. Sebastian Henn und die Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dr. Silke Übelmesser von der Universität Jena dies herausfinden.

 

Internationale Fachkräfte gewinnen
Silke Übelmesser und Sebastian Henn erforschen, wie Thüringen ausländische Fachkräfte gewinnen kann Foto: Anne Günther/Friedrich-Schiller-Universität Jena

Dem Freistaat Thüringen drohen die Fachkräfte auszugehen. Entsprechende Prognosen zeichnen ein düsteres Bild für die nächsten Jahrzehnte. Bis 2025 geht die Arbeitsagentur Thüringen von einem Fachkräftebedarf von 280.000 Menschen aus. Das Forschungsprojekt soll helfen, gegenzusteuern.

Zielgruppen sind sowohl internationale Studierende als auch Unternehmen.

Was reizt ausländische Studierende an Thüringen?

Eine Zielgruppe der beiden Wissenschaftler, die zudem mit dem Internationalen Büro der Universität Jena unter der Leitung von Dr. Claudia Hillinger kooperieren, sind ausländische Studierende an Thüringer Hochschulen.

„Wir wollen wissen, weshalb die Studierenden nach Thüringen gekommen sind und was sie bewegen könnte, nach dem Studium hierzubleiben“, sagt Silke Übelmesser vom Lehrstuhl für  Finanzwissenschaft.

Wonach suchen Unternehmen?

Sebastian Henn, Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsgeographie, schaut sich wiederum die Thüringer Unternehmen an: „Unter welchen Voraussetzungen stellen die Firmen ausländische Fachkräfte ein? Was muss bei den Unternehmen verändert werden? Und welche Erfahrungen haben die Fachkräfte mit den Unternehmen gemacht?“

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt trägt den Titel „Erschließung exogener Potenziale zur Verringerung des drohenden Fachkräftemangels in Thüringen: Zur besonderen Rolle internationaler Studierender und hochqualifizierter Arbeitskräfte“. Es wurde von der Gesellschaft für Arbeits- und Wirtschaftsförderung des Freistaats Thüringen mbH bewilligt und hat die Arbeit am 1. Juni aufgenommen. Das Projektvolumen liegt bei 750.000 Euro; gefördert wird das Projekt mit Geld aus dem Europäischen Sozialfonds.

Willkommenskultur für potenzielle Fachkräfte in Thüringen etablieren

Ein erstes Ziel des Forschungsprojekts ist eine Bestandserhebung: Welche internationalen Studierenden gibt es in Thüringen, wo sind hochqualifizierte Arbeitskräfte beschäftigt? Dabei setzen Übelmesser und Henn auf Umfragen unter den Thüringer Studierenden, Unternehmen und ausländischen Fachkräften. „Vielleicht gelingt es uns mit den Ergebnissen, eine Willkommenskultur für potenzielle Fachkräfte in Thüringen zu etablieren“, sagt Prof. Henn.

In Kooperation mit dem Internationalen Büro der Universität Jena sollen im Raum Jena ausländische Studierende in Praktika vermittelt werden um so den Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Außerdem ist daran gedacht, einen Unternehmenspreis zu stiften. „Wir wollen eine Firma auszeichnen, deren Mitarbeiter sich in besonderer Weise interkulturell engagieren“, sagt Prof. Silke Übelmesser.

 

Auch in unserem Blog: Erfahren Sie hier über ein Projekt, dass internationale Studierende an der Uni Jena unterstützt. Internationale Studierende gelten als Idealzuwanderer. Viele kehren nach dem Studium Deutschland jedoch den Rücken zu: Denn sie finden keinen Job. Eine Studie hat ergeben: Praktika und freiwilligen Dienste erhöhen die Chancen, eine Stelle zu finden. Außerdem: Lesen Sie, was deutsche Arbeitgeber tun sollten, um internationale Absolventen für sich zu gewinnen.

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