Win-win-Programm: 10.000 Flüchtlinge fürs Handwerk

Integrationsgesetz Arbeitsmarktzugang Asylbewerber

Das Handwerk braucht Fachkräfte und Lehrlinge, die vielen Geflüchteten im Land eine Perspektive – und die ist am besten durch Integration in den Arbeitsmarkt gegeben. Passt doch! Ein Programm bringt Betriebe und Flüchtlinge zusammen.

Im Rahmen des Praktikumsprogramms des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Bundesbildungsministeriums bereiten sich etwa 1000 Flüchtlinge auf eine Berufsausbildung vor, das berichtet die F.A.Z. Eine Win-win-Situation: Der ZDH gehe davon aus, dass die Teilnehmerzahl in den kommenden Jahren wachsen wird, während zugleich Betriebe und Kammern großes Interesse zeigen.

10.000 Flüchtlinge sollen als Handwerkslehrlinge gewonnen werden

Flüchtlinge Handwerk Fachkräftemangel
Tausend Flüchtlinge bereiten sich auf Handwerkslehre vor Foto: Monkey Business Images

10.000 Flüchtlinge sollen innerhalb der kommenden zwei Jahre durch das Programm für eine Handwerkslehre gewonnen werden – und zwar so: Haben Flüchtlinge ihren Integrationskurs absolviert, unterstützen die Kooperationspartner des Programms sie bei der Berufswahl und bereiten sie auf die Anforderungen einer Ausbildung vor. Das Praktikumsprogramm ist auf rund ein halbes Jahr angelegt.

Darin erfolgt zunächst eine Fähigkeitanalyse, dann das Üben des Umgangs mit berufstypischen Werkstoffen. Währenddessen werden die Teilnehmer sprachlich gefördert und erhalten Unterstützung darin, ihr Leben in der neuen Umgebung zu führen. Entweder können sie danach eine Ausbildung beginnen oder eine vertiefende Berufsorientierung in den Bildungszentren des Handwerks in Anspruch nehmen.

Betriebe sollen gegen Pauschale Jobcenter entlasten

Während die Jobcenter entlastet werden sollen, denen üblicherweise Aufgaben wie die Sprachförderung zukommen, ist die Idee, dass Betriebe diesen Aufwand auf sich nehmen und zwar gegen eine Aufwandspauschale – so das Konzept des Verbands „Die Familienunternehmer“: Die Unternehmen schließen einen Dienstleistungsvertrag mit dem Staat ab, im Idealfall mit den Kommunen, auf dessen Grundlage die Betriebe eine Aufwandspauschale von zum Beispiel 1000 Euro erhalten. Dafür organisieren sie Sprachkurse, helfen bei der Wohnungssuche und Behördengängen. Das dürfe sich nicht zu einem Geschäftsmodell entwickeln, es ginge lediglich um den Ausgleich von Zusatzaufwand, zitiert die F.A.Z. den Präsidenten der Familienunternehmer Lutz Goebel: „Unsere große Sorge ist, dass die Integration der Flüchtlinge nicht schnell genug und nicht umfassend genug gestartet wird.“

Auch in unserem Blog: Flüchtlinge haben mit dem neuen Integrationsgesetz bessere Chancen, eine Arbeit aufzunehmen – mehr dazu hier. Auch interessant: Hamburger Arbeitsagentur-Chef Sönke Fock sprach mit uns im Interview darüber, was getan werden muss, damit die Arbeitsmarktintegration von Flüchtlingen gelingt.

 

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