BAMF-Studie: Flüchtlinge meist jung und männlich

Jung, männlich, vor der Flucht erwerbstätig und kaum Deutschkentnisse – das ist der durchschnittliche Asylantragsteller im Jahr 2015 gewesen. Dies geht aus der Studie hervor, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) am Donnerstag in ihrer Kurzanalyse veröffentlicht hat. Die Daten wurden bei Befragungen während der Asylantragstellung erhoben. Es handelt sich um Selbstauskünfte der Antragsteller.

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Hochschule und Gymnasium haben jeweils ein Fünftel aller Asylantragsteller (2015) besucht Foto: Stephen Coburn / Dreamstime.com

Demnach sind 74 Prozent aller Asylsuchenden aus dem Jahr 2015 männlich und 26 Prozent weiblich. Rund zwei Drittel aller Befragten waren unter 33 Jahre alt. Geht es um Bildung und Erwerbstätigkeit, gibt es je nach Herkunftsland und Geschlecht allerdings auch große Unterschiede.

Frauen im Durchschnitt schlechter gebildet als Männer

Insgesamt geht aus der Befragung auch hervor: Rund ein Fünftel (18 Prozent) der Asylerstantragsteller gaben als höchste Bildungseinrichtung eine Hochschule an, auch rund ein Fünftel (20 Prozent) ein Gymnasium, 32 Prozent eine Mittelschule, 22 Prozent eine Grundschule. 7 Prozent haben keine formelle Schulbildung. Frauen bleiben in ihrem durchschnittlichen Bildungsniveau dabei hinter den Männern zurück.

Iraner im Durchschnitt gut gebildet

Laut Studie haben unter den Flüchtlingen Afghanen, Eritreer, Pakistaner und Antragsteller aus Westbalkanstaaten im Durchschnitt ein geringeres Bildungsniveau. Über eine Hochschulbildung verfügen oft Syrer (27 Prozent) und Iraner (35 Prozent).

Iranerinnen besser als Iraner gebildet

Vor der Flucht haben laut der Studie drei Viertel der volljährigen Männer gearbeitet, unter den Frauen war es hingegen nur ein Drittel der Frauen. Im Durchschnitt verfügen die Frauen unter den Flüchtlingen über eine geringere Bildung – Ausnahme sind Iranerinnen. Sie gaben häufiger als ihre männlichen Landsleute an, eine Hochschule oder ein Gymnasium besucht zu haben.

Erst circa zwei Prozent Deutschkenntnisse

Rund ein Drittel aller Befragten gab an, neben der Muttersprache unter anderem Sprachkenntnisse in Englisch zu haben, wohingegen nur ungefähr zwei Prozent Deutschkenntnisse nannten.

Mit Sprach-, Integrations- und Alphabetisierungskursen in die Erwerbstätigkeit

Vor dem Hintergrund dieser Daten weist das BAMF auf Förderbedarfe hin. Bei der niedrigen Zahl der Antragsteller, die Deutschkenntnisse haben, betont das Bundesamt insbesondere die Bedeutung von Sprach- und Integrationskursen. Auch die Bedarfe von Frauen sollten verstärkt in den Blick genommen werden. Da Frauen aller Herkunftsländer vermehrt vom Analphabetismus
oder sehr niedriger Schulbildung betroffen seien, sollten demnach Alphabetisierungskurse für Frauen verstärkt angeboten werden.

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